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Die Orientierung an Bedürfnisse der Nächsten ist das Primäre

Die Orientierung an Bedürfnisse der Nächsten ist das Primäre

Pf. Klaus-Dieter Kottnik während der ökumenischen Gala Ubi Caritas 2020. Er hat da den Diakonie-Polen-Preis „Barmherzigen Samariters“ bekommen (Foto: Michał Karski)

 

Ein Gespräch mit Pf. Klaus-Dieter Kottnik, Träger des Diakonie-Polen-Preises „Barmherzigen Samariters“ 2020, über seinen Beratungsdienst, diakonische Kooperation zwischen Deutschland und Polen, sowie Herausforderungen für die karitative Organisationen in Zeit der COVID-19-Pandemie und anderer Probleme der Gegenwart

 

Michał Karski: Diakonie Polen hat Ihnen den Hauptpreis „Barmherziger Samariter“ 2020 verliehen. Es ist eine Dankbarkeit für langjährigen Beratungsdienst voller Offenheit, professionelle Hilfe und aktive Fürsorge für Menschen, die Unterstützung benötigen. Was bedeutet dieser Preis für Sie?

Klaus-Dieter Kottnik: Ich bin sehr dankbar für diesen Preis, insbesondere auch, weil ich der erste Deutsche bin, der diesen Hauptpreis bekommt und dies 30 Jahre nach dem Ende der Teilung Europas. Das ist ein wunderbares Zeichen, auch aufgrund unserer Geschichte, die auf deutscher Seite durchaus auch Zeiten der Schuld gegenüber Polen kennt. Dessen war ich mir immer bewußt. Ich wollte mithelfen, dass Neues und Freundschaft zwischen Polen und Deutschen entsteht. Deshalb nehme ich den Preis gerne an, auch stellvertretend für all die vielen Menschen aus der Diakonie in Deutschland, die Polen verbunden sind und sich gerne für die polnische Kirche und die Diakonie engagieren. Ich fühle mich für mein Engagement, das ich sehr gerne ausgeübt habe, reichlich geehrt.

Woran erinnern Sie sich am meisten von Ihren Beratungsdienst in Polen?

Ich bin einer sehr großen Zahl wunderbarer Menschen begegnet, die ein offenes Ohr für die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch haben. Dies gilt für die Kirche wie für kommunale Verantwortliche und Leute aus den Ministerien. Einer der schönsten Momente für mich war, als ich in der Evangelischen Kirche von Nidzica [Neidenburg] gepredigt habe. In dieser Kirche wurde einst mein Vater konfirmiert. Aber ich könnte unendlich viele schöne und anregende Momente aufzeigen, die mir die Beratung leicht gemacht haben.

Der Auftrag zur Beratung wurde vom Diakonierat beschlossen und von mir in enger Abstimmung mit Präses der Diakonie Polen Ryszard Bogusz und Generaldirektorin Wanda Falk durchgeführt. Sowohl die Beratungstermine als auch die Veranstaltungen wurden sowohl inhaltlich als auch strukturell zwischen der Generaldirektorin und mir abgestimmt, vorbereitet und organisiert. Dies bedeutete u.a. für die Generaldirektorin einen großen organisatorischen Aufwand, für den ich sehr dankbar bin, denn er hat die Beratung sehr erleichtert.

Sehen Sie die Aussichten für die weitere Kooperation?

Ich sehe gute Ansätze, dass die geschaffenen Verbindungen zwischen diakonischen Einrichtungen in Deutschland und den polnischen kirchlichen und kommunalen Partnern wie z.B. in Dzięgielów, Szczecin [Stettin], Kluczbork [Kreuzburg], Słupsk [Stolp] vertieft und fortgeführt werden, um nur einige wenige zu nennen. Es gibt jedoch schon Ideen für neue Partnerschaften.

Der Diakoniepreis wird während der ökumenischen Gala zusammen mit römisch-katholischen Caritas Polska und orthodoxen Eleos verliehen. Jedes Jahr organisiert Diakonie Polen mit diesen Partnern auch zwei karitative Aktionen. Sie haben auch die Erfahrung der ökumenischen Kooperation in Bahnhofmission, deren Sie Vorsitzende sind. Was ist die Bedeutung solcher Kooperation der karitativen Organisationen der verschiedenen Kirchen?

Ich finde es eindrücklich, in welcher Weise öffentlich ökumenisch in Polen zusammengearbeitet wird. Außer der gemeinsamen Preisverleihung gibt es auch die Aktion Weihnachtskerze und die gemeinsame Sammlung in der Osterzeit. Das ist vorbildlich, und ich kenne dies aus keinem anderen Land. Ich habe dies in Deutschland immer wieder als vorbildlich dargestellt. Ich finde bei gemeinsamen ökumenischen Aktionen auch gemeinsame sozialpolitische Stellungnahmen wichtig. In den ökumenischen Bahnhofsmissionen in Deutschland wissen wir, wie es den Menschen geht, wir sind Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen. Wer so viel über die Menschen weiß, muss auch seine Stimme für die benachteiligten Menschen erheben.

Die COVID-19-Pandemie hat die ganze Welt geändert. Was sind die wichtigste Herausforderungen für die karitative Organisationen in Europa Heutzutage?

Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir uns gegenseitig mit know how und auch Hilfsmitteln unterstützen. Ich denke auch, dass wir als Kirchen und als Diakonie vorbildlich im Umgang mit Schutzmaßnahmen wie Masken und Abstandsregeln sein müssen. Jedoch geht es uns immer um das Wohl des einzelnen Menschen. Deshalb müssen wir uns dafür einsetzen und dabei vorangehen, dass Sterbende begleitet werden, Einsame Kontakt haben, Kinder nicht Gewalt ausgesetzt sind. Schutz und Zuwendung sind keine Gegensätze.

Wie soll das soziale Engagement von den Kirchen aussehen?

In erster Linie geht es darum, Menschen in Not zu helfen und sie in die Lage zu versetzen, so weit es geht, wieder für sich selber zu sorgen. Der Barmherzige Samariter hat vorbehaltlos, ohne Rücksicht auf Religion, Hautfarbe, Nation dem Verletzten geholfen. Er hat so lange für Hilfe gesorgt, bis der Verletzte sich wieder auf den Weg machen konnte. Die Orientierung an dem, was der oder die Nächste braucht, ist das Primäre. Dafür sind auch institutionelle Einrichtungen für Menschen aller Altersgruppen und Bedarfe zu organisieren.

Weil aber niemand besser als die Kirchen weiß, wie es den Menschen geht, müssen sie auch politisch aktiv werden und sich für die Belange der Menschen einsetzen. Diakonie und Caritas sind immer politisch. Schließlich können sich die Kirchen durch das Evangelium, durch den Gottesdienst und durch Spiritualität stets ihrer Grundlagen vergewissern. Sie kennen einen Gott, der in Christus gezeigt hat, dass er die Menschen liebt. Diese Liebe erfüllt Christen und sucht danach, weitergegeben zu werden.

(diakonia.org.pl, November 2020)

 

Siehe auch: Die Diakonie sollte mit dem Staat zusammenarbeiten (ein Gespräch mit Pf. Klaus-Dieter Kottnik in 2012)

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